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Saumagen

Saumagen, auch Pfälzer Saumagen ist ein traditionelles Gericht der Deutschen Küche und hat seinen Ursprung in der Pfalz. Der Magen selbst wird allerdings nur selten gegessen und enthält auch nicht den letzten Mageninhalt im Original, sondern dient ähnlich wie bei einer Bratwurst nur als Pelle. Die Füllung besteht meist aus einer Mischung von Schweinefleisch, Bratwurstfüllsel und Kartoffeln. Dazu kommen meist Eier, Karotten sowie zahlreiche Gewürze, unter anderem Majoran und Muskat. Es gibt aber zahllose Varianten dieses Rezeptes, angeblich so viele, wie es Hausfrauen in der Pfalz gibt. Inzwischen soll es sogar eine vegetarische Variante des Saumagens geben, das Rezept ist allerdings nicht bekannt. Der Saumagen wird in siedendem Wasser gekocht, manchmal anschließend im Backofen gebraten. Serviert wird er in Scheiben geschnitten, die meist zuvor in der Pfanne angebraten werden.

Der Saumagen entstand angeblich als "Arme-Leute-Essen" im 18. Jahrhundert, das von Bauern erfunden wurde, um Reste auf diese Weise zu verwerten. Nach anderer Darstellung bildete der Saumagen, für den man ja nur die besten Zutaten verwendete, den Höhepunkt eines jeden Schlachtfestes in der Pfalz. In den 1990er Jahren erlangte er durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl große Popularität, da dieser zahlreiche ausländische Gäste wie z. B. Margaret Thatcher, Michail Gorbatschow, Ronald Reagan und Francois Mitterrand in seine Heimat führte und ihnen dort das typische Gericht servieren ließ.

Als Beilagen zum Saumagen empfehlen sich Kartoffelpüree und Sauerkraut sowie ein typischer Pfälzer Wein, z. B. ein Riesling.

Seit 1992 vergibt die Schifferstadter Karnevalsgesellschaft "Schlotte" den Saumagen-Orden an Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport, die sich um die Pfalz verdient gemacht haben. Die von Helmut Kohl angeregte Auszeichnung war zunächst nur auf elf Verleihungen angelegt, die jeweils während der Karnevalssaison stattfinden. Wegen dem großen Erfolg und Aufsehen, das die Ordensverleihung inzwischen erreichte, entschied man sich 2002 zur Fortsetzung und gleichzeitig Ausweitung des in Frage kommenden Personenkreises auf ganz Deutschland.

Der Orden besteht aus einem 400 g schweren Stück Rosenquarz, das in Idar-Oberstein in die Form eines Saumagens geschliffen wird und mit einer Silberkette um den Hals getragen werden kann. Die Verleihung wird mit einem zünftigen Saumagenessen gefeiert, bei dem die Laudatio auf den neuen Ordensträger von seinem Vorgänger gehalten wird.

Seit 2002 findet im pfälzischen Landau der Internationale Pfälzer Saumagen-Wettbewerb statt, bei dem aus rund 150 Teilnehmern der beste Saumagen gekürt wird. Darunter finden sich auch außergewöhnliche Varianten mit Wild- oder Fischfüllung.



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