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Insektenküche

Insekten sind die häufigsten auf der Erde vorkommenden Tiere. Sie sind weltweit mit Ausnahme der Gebiete des ewigen Eises verbreitet. Insekten bestehen großenteils aus Proteinen und nur wenige Arten haben ausgedehnte Fettkörper. Damit sind sie als Eiweißquelle ebenso wertvoll wie das Fleisch von Säugetieren oder Fischen. Naheliegend war daher stets, auch sie als Nahrungsquelle zu nutzen.

Entsprechend ihrer Verbreitung einfach ist es, Insekten zu sammeln, besonders in tropischen Regionen. Daneben sind sie einfach zu halten und zu züchten, was gerade in den so genannten Entwicklungländern mit häufigen Hungersnöten eine gewichtige Rolle spielt. Häufig hat sich dort auch eine regelrechte Insektenküche etabliert.

* So sind die Aborigines Australiens dafür bekannt, verschiedene Larven roh oder in Sand und Asche gegart zu verspeisen. Besonders die Bogong-Motte der gleichnamigen Berge ist sehr beliebt. Sie wird im Sand gebraten und verliert so Beine und Flügel, danach wird der Kopf entfernt. Übrig bleibt der fleischige Hinterleib, der gekocht oder zu Kuchen verbacken wird. Selbst Süßigkeiten bieten die Insekten den Aborigines: Die Sammler der Honigtopfameise hängen prallgefüllt mit Honig in ihren Nestern und bieten so eine süße Nachspeise.

* In verschiedenen Staaten Afrikas, besonders in Nigeria, werden eine Reihe von Insekten regelmäßig verspeist. Dazu gehören gekochte oder rohe Termiten (besonders die Königin gilt als Delikatesse), geröstete Heuschrecken, oder die dicken Palmkäferlarven.

* In Japan werden Gerichte wie "hachi-no-ko" (Gekochte Wespenlarven) oder "semi" (Fritierte Zikaden) zubereitet..

* Schwerer zu fangen sind die schnellen Libellen, die man in Bali gern auf den Speiseplan setzt. Mit speziellen Klebestangen gehen die Libellenjäger auf die Pirsch. Die Tiere werden in verschiedenen Soßen gegart, nachdem die Flügel entfernt wurden.

* Die großen Vogelspinnen in den Regenwäldern Südamerikas gehört zwar nicht zu den Insekten, wird jedoch ebenso verspeist. Sie gilt als regelrechtes Festmahl bei manchen südamerikanischen Indianerstämmen. Dabei werden die Tiere von ihren Brennhaaren befreit und direkt im Feuer gegart und z.B. mit Cassavabrot verspeist.

* Geröstete Heuschrecken erinnern geschmacklich an eine Mischung aus Kartoffel-Chips und Erdnüssen. Sie wurden auch den Besuchern der EXPO 2000 in Hannover angeboten, aber nur wenige wollten sie tatsächlich essen.

* Der Gedanke an das Verspeisen von Insekten ist in Europa noch wenig verbreitet und meist mit Ekelgefühlen verbunden. In den großen Städten, etwa in Berlin, lassen sich jedoch bereits vereinzelt Restaurants finden, die Insekten auf der Speisekarte haben.



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